Pentest-Bericht einfach erklärt
Wenn ein Bausachverständiger ein Haus begutachtet, erhalten Sie hinterher ein Gutachten. Darin steht, welche Mängel er gefunden hat, wie dringend sie sind und was die Reparatur erfordert. Der Pentest-Bericht ist dieses Gutachten für Ihre IT. Er ist das, was von einem Penetrationstest bleibt – und die Grundlage für alles, was danach passiert.
Ein guter Bericht spricht zwei Zielgruppen an. Die Geschäftsführung braucht in wenigen Minuten ein klares Bild: Wie steht es um unsere Sicherheit, und wo müssen wir handeln? Das IT-Team braucht dagegen jedes technische Detail, um die Lücken zu schließen. Deshalb besteht ein Pentest-Bericht meist aus einem kurzen, allgemein verständlichen Teil für die Leitung und einem ausführlichen technischen Teil für die Fachleute.
So ist ein Pentest-Bericht aufgebaut
Aufbau und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Diese Bestandteile gehören aber in jeden aussagekräftigen Bericht:
- Management Summary: Die Management Summary fasst die Ergebnisse ohne Fachjargon zusammen – Gesamteindruck, wichtigste Risiken und dringendste Maßnahmen.
- Prüfumfang und Rahmen: Welche Systeme wurden in welchem Zeitraum getestet, mit oder ohne Zugangsdaten? Was war ausdrücklich ausgeschlossen? Dieser Abschnitt zum Scope verhindert, dass jemand mehr aus dem Bericht herausliest, als tatsächlich geprüft wurde.
- Vorgehen: Eine kurze Beschreibung der Methodik und der Standards, an denen sich das Prüfteam orientiert hat.
- Befunde: Jede Schwachstelle wird einzeln beschrieben – mit betroffenem System, Nachweis (etwa Screenshots oder aufgezeichneten Anfragen) und den Schritten, mit denen sich der Fund nachvollziehen lässt.
- Risikobewertung: Jeder Befund erhält eine Einstufung, häufig nach CVSS. Dieser offene Standard bewertet den Schweregrad auf einer Skala von 0,0 bis 10,0. Gute Berichte ergänzen, was der Fund für Ihr Unternehmen konkret bedeutet.
- Maßnahmenempfehlungen: Zu jedem Befund gehört eine konkrete Empfehlung. Also nicht „Sicherheit verbessern“, sondern zum Beispiel „Update einspielen, Standardkonto deaktivieren, Zugriff auf das Verwaltungsnetz beschränken“.
Viele Berichte nennen außerdem, was gut funktioniert hat – etwa eine Schutzmaßnahme, die einen Angriff gestoppt hat. Auch das ist wertvoll, denn es zeigt, welche Investitionen sich bewährt haben.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Szenario: Eine Steuerberatungskanzlei lässt ihr internes Netzwerk testen. Die Management Summary passt auf eine Seite. Sie bescheinigt eine insgesamt ordentlich gepflegte Umgebung, warnt aber vor einem veralteten Fernwartungszugang. Über ihn könnten Angreifer bis zu den Mandantendaten vordringen. Die Kanzleileitung versteht sofort, warum dieser Punkt Vorrang hat, und gibt das Budget für die Ablösung frei.
Der IT-Dienstleister arbeitet parallel die technischen Befunde ab. Dank der beschriebenen Schritte kann er jeden Fund selbst nachvollziehen und seine Korrektur prüfen. Nach dem Retest liegt ein bereinigter Stand vor – und die Kanzlei kann gegenüber ihren Mandanten belegen, dass sie ihre Systeme hat prüfen lassen.
Warum ist das für Unternehmen wichtig?
Ein Test ist nur so gut wie sein Bericht. Bleibt der Bericht vage oder unverständlich, versanden die Ergebnisse, und die Lücken bleiben offen. Ein klarer Bericht macht Risiken dagegen greifbar und hilft, Budget und Personal sinnvoll zu verteilen.
Zugleich ist der Bericht ein wichtiger Nachweis. Viele Regelwerke sehen vor, die Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen – etwa Art. 32 der DSGVO oder die Norm ISO/IEC 27001. Auditoren, Kunden und Versicherer fragen deshalb oft nach dokumentierten Ergebnissen.
Wichtig ist auch: Ein Pentest-Bericht ist hochsensibel. Er beschreibt, wo und wie Ihr Unternehmen angreifbar ist. In falschen Händen wird er zur Anleitung für Angreifer.
Worauf Sie achten sollten
- Verständliche Zusammenfassung: Versteht Ihre Geschäftsführung die Management Summary ohne IT-Kenntnisse?
- Nachvollziehbare Befunde: Lässt sich jeder Fund anhand der Beschreibung und der Nachweise wiederholen?
- Begründete Bewertung: Ist die Einstufung auf Ihr Unternehmen bezogen – und nicht nur ein Zahlenwert?
- Konkrete Maßnahmen: Enthält jeder Befund eine umsetzbare Empfehlung statt allgemeiner Ratschläge?
- Geprüfte Ergebnisse: Reine Scanner-Ausgaben sind kein Bericht. Fehlalarme sollten von Hand aussortiert sein.
- Sicherer Umgang: Lassen Sie sich den Bericht verschlüsselt übermitteln und begrenzen Sie den Kreis der Lesenden.
Wie Rootsektor unterstützt
Unsere Berichte richten sich an Management und Technik: Die Management Summary ordnet die Ergebnisse für die Geschäftsführung ein, der technische Teil liefert zu jedem Befund Nachweise, eine CVSS-Bewertung und eine konkrete Maßnahmenempfehlung. Kritische Schwachstellen melden wir nicht erst im Bericht, sondern schon während des Tests sofort an Ihre vereinbarte Ansprechperson. Ergänzend erhalten Sie eine Prüfbescheinigung, mit der Sie den Test gegenüber Kunden, Partnern, Versicherern und Auditoren belegen. Mehr zu unseren Tests erfahren Sie unter Penetration Testing.