Kerberoasting
Dienstkonten mit Service Principal Name (SPN) und schwachem Passwort. Mit jedem Domänenkonto lassen sich dafür Kerberos-Tickets anfordern, aus denen sich das Passwort offline knacken lässt – besonders schnell bei RC4-Verschlüsselung.
Security Services
Wer das AD kontrolliert, kontrolliert das Unternehmen.
Das Active Directory ist das Herzstück Ihrer IT – und eines der wichtigsten Ziele von Ransomware-Gruppen. Mit unserer Active-Directory-Analyse decken wir Angriffspfade, riskante Berechtigungen und Fehlkonfigurationen in AD, Zertifikatsdiensten und Entra ID auf und zeigen Ihnen, wie Sie diese Lücken schließen und Ihre Active-Directory-Sicherheit dauerhaft erhöhen.
Definition
Eine Active-Directory-Analyse – auch Active Directory Security Assessment genannt – untersucht Ihre Windows-Domänen gezielt aus der Perspektive eines Angreifers. Wir prüfen Konfiguration, Berechtigungen, Authentifizierung und Vertrauensstellungen und beantworten die entscheidende Frage: Wie leicht übernimmt jemand, der ein einziges Benutzerkonto kontrolliert, Ihre gesamte Domäne?
Die Antwort überrascht oft. Active-Directory-Umgebungen wachsen über viele Jahre: Zuständigkeiten wechseln, Dienstkonten bleiben bestehen, Gruppen werden verschachtelt und Rechte delegiert, ohne dass jemand den Gesamtüberblick behält. Jede einzelne Einstellung wirkt harmlos – erst in der Kombination entstehen Angriffspfade, die mit graphbasierten Werkzeugen wie BloodHound sichtbar werden.
Bei Ransomware-Angriffen ist die Übernahme des Active Directory häufig der entscheidende Schritt. Mit Domänen-Admin-Rechten verteilen Angreifer Schadsoftware per Gruppenrichtlinie auf alle Systeme, schalten Schutzmechanismen ab und greifen gezielt Backups an. Wer die Wege dorthin kennt und schließt, nimmt Angreifern ihren wichtigsten Hebel.
Moderne Umgebungen sind zudem hybrid: Über Microsoft Entra Connect werden Identitäten in die Cloud synchronisiert, sodass eine Kompromittierung des lokalen AD auch Microsoft 365 und Azure gefährden kann – und umgekehrt. Regelwerke wie NIS2 (Zugriffskontrolle und Multi-Faktor-Authentifizierung), ISO/IEC 27001:2022 (u. a. Anhang A, 8.2 zu privilegierten Zugangsrechten) und der BSI IT-Grundschutz mit seinem Baustein APP.2.2 zu Active Directory stellen deshalb konkrete Anforderungen an die Absicherung von Identitäten.
Unser Vorgehen
Für den Großteil der Analyse genügt uns ein gewöhnliches Domänenkonto ohne administrative Rechte – genau die Ausgangslage eines Angreifers nach einem erfolgreichen Phishing-Angriff. Damit erheben wir per LDAP und mit etablierten Werkzeugen die relevanten Daten: Benutzer, Gruppen, Computer, Berechtigungen (ACLs), Gruppenrichtlinien, Vertrauensstellungen und Zertifikatsvorlagen.
In der graphbasierten Analyse verfolgen wir jeden Pfad, der zu Tier-0-Objekten führt – also zu Domain Controllern, Domänen-Admins, Zertifikatsdiensten oder dem Entra-Connect-Server. Parallel prüfen wir die Konfiguration gegen bewährte Härtungsempfehlungen: Kerberos und Delegationen, Passwortrichtlinien, Legacy-Protokolle, LAPS, privilegierte Gruppen und das administrative Tiering.
Kritische Befunde validieren wir in Abstimmung mit Ihnen kontrolliert, z. B. indem wir Kerberos-Tickets offline auf schwache Passwörter prüfen oder über eine verwundbare Vorlage ein Testzertifikat anfordern und anschließend widerrufen. So wissen Sie, welche Risiken tatsächlich ausnutzbar sind – bei minimalem Eingriff in Ihren Betrieb.
Typische Schwachstellen
Dienstkonten mit Service Principal Name (SPN) und schwachem Passwort. Mit jedem Domänenkonto lassen sich dafür Kerberos-Tickets anfordern, aus denen sich das Passwort offline knacken lässt – besonders schnell bei RC4-Verschlüsselung.
Konten, bei denen die Kerberos-Vorauthentifizierung deaktiviert ist. Angreifer erhalten verschlüsseltes Material, das sich offline angreifen lässt – teils ganz ohne gültige Anmeldedaten.
Rechte wie GenericAll, WriteDACL oder das Zurücksetzen von Passwörtern auf privilegierten Objekten – oder Replikationsrechte, mit denen sich sämtliche Passwort-Hashes der Domäne abziehen lassen.
Server mit uneingeschränkter Delegation speichern die Kerberos-Tickets (TGTs) aller Konten, die sich bei ihnen anmelden. Kombiniert mit Coercion-Techniken wie PetitPotam lässt sich so die gesamte Domäne kompromittieren; auch die ressourcenbasierte eingeschränkte Delegation wird häufig missbraucht.
Zertifikatsvorlagen, bei denen Antragstellende den Namen selbst festlegen dürfen, zu weit gefasste Berechtigungen oder NTLM-Relay auf die Web-Registrierung. Ein so erlangtes Zertifikat für einen Domänen-Admin bleibt auch nach einem Passwortwechsel gültig.
NTLMv1, SMBv1, fehlende SMB- und LDAP-Signierung oder aktive Namensauflösung per LLMNR und NBT-NS ermöglichen das Abgreifen und Weiterleiten von Anmeldedaten.
Laxe Passwortrichtlinien, Kennwörter in Beschreibungsfeldern oder Skripten im SYSVOL und identische lokale Administratorpasswörter auf allen Clients, weil LAPS fehlt.
Domänen-Admins, die sich an Clients oder Servern anmelden und dort Anmeldedaten im Speicher hinterlassen, überfüllte privilegierte Gruppen und Dienstkonten mit Domänen-Admin-Rechten.
Varianten
White Box
Mit einem rein lesenden Konto analysieren wir Ihr gesamtes Verzeichnis – vollständig, systematisch und ohne Änderungen vorzunehmen.
Grey Box
Wir starten mit einem gewöhnlichen Benutzerkonto an einem Standard-Client und versuchen, die Domäne zu übernehmen – wie ein Angreifer nach einem Phishing-Erfolg.
Entra ID
Wir untersuchen die Brücke zwischen lokalem AD und Cloud – dort, wo sich Angriffe in beide Richtungen ausbreiten können.
Ablauf
Strukturiert und transparent wie alle unsere Security Services – und mit möglichst wenig Aufwand für Ihr Team.
Wir klären Domänen, Forests, Vertrauensstellungen, die Größe der Umgebung, die gewünschte Variante und ob Entra ID einbezogen wird. Innerhalb von 24 Stunden (an Werktagen) erhalten Sie Ihr Festpreisangebot.
Sie stellen ein Standard-Domänenkonto und einen Netzwerkzugang bereit – wahlweise vor Ort oder remote per VPN bzw. über ein bereitgestelltes Testsystem. Wir erheben die Daten mit etablierten Werkzeugen, rein lesend und ohne Änderungen am Verzeichnis.
Wir werten Angriffspfade graphbasiert aus und prüfen Kerberos, ADCS, Gruppenrichtlinien, Passwortrichtlinien und Protokolle gegen bewährte Empfehlungen von Microsoft und BSI.
Ausgewählte kritische Befunde bestätigen wir in Abstimmung mit Ihnen kontrolliert und dokumentieren den Nachweis. Kritische Schwachstellen melden wir sofort – noch während der Analyse, telefonisch oder per E-Mail an die vereinbarte Ansprechperson.
Sie erhalten priorisierte Maßnahmen – von schnellen Korrekturen bis zum Tiering-Konzept. Auf Wunsch besprechen wir die Umsetzung direkt mit Ihrem Administrationsteam.
Nach der Behebung prüfen wir die Befunde kostenlos erneut. Abschließend erhalten Sie eine Prüfbescheinigung.
Ergebnisbericht
Unser Bericht übersetzt komplexe Berechtigungsketten in klare Aussagen: Welche Konten sind gefährdet, welcher Pfad führt zum Domänen-Admin, und welche Änderung durchbricht ihn? Jeder Befund enthält die betroffenen Objekte, einen Nachweis und eine konkrete Empfehlung – inklusive Hinweisen auf mögliche Seiteneffekte im Betrieb.
Für den Start genügt uns ein gewöhnliches Domänenkonto. Nach dem Scoping erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden (an Werktagen) ein Festpreisangebot für Ihre Active-Directory-Analyse.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2932 465265-0 oder schreiben Sie an info@rootsektor.de.
Ein interner Penetrationstest prüft das gesamte interne Netz – Systeme, Dienste und Segmentierung – und folgt dabei oft dem ersten gangbaren Weg zum Domänen-Admin. Die Active-Directory-Analyse konzentriert sich auf das Verzeichnis selbst und arbeitet es systematisch durch: alle Angriffspfade, alle riskanten Berechtigungen, alle Kerberos- und ADCS-Konfigurationen. Beide Leistungen ergänzen sich ideal.
Für die meisten Prüfungen genügt ein normales Domänenkonto ohne Adminrechte, dazu ein Netzwerkzugang zu Ihrer Domäne – wahlweise vor Ort oder remote, per VPN oder über ein bereitgestelltes Testsystem. Für einzelne Prüfungen, etwa ein Passwort-Audit oder lokale Einstellungen der Domain Controller, stimmen wir erweiterte Rechte gezielt mit Ihnen ab.
In aller Regel nicht. Die Datenerhebung besteht im Wesentlichen aus lesenden Abfragen, etwa per LDAP, die Domain Controller und Systeme kaum belasten, und wir verändern keine Objekte im Verzeichnis. Aktive Validierungen wie das Anfordern eines Testzertifikats führen wir nur nach Absprache durch und machen sie anschließend rückgängig.
Ja. In hybriden Umgebungen gehört Entra Connect zu den kritischsten Systemen überhaupt, denn wer es kontrolliert, kann sowohl das lokale AD als auch den Cloud-Tenant gefährden. Wir prüfen Synchronisation, Authentifizierungsmethode, privilegierte Rollen und Conditional Access. Für eine umfassende Prüfung Ihres Tenants empfehlen wir zusätzlich unser Microsoft 365 & Azure Review.
Beim Kerberoasting fordert ein Angreifer mit einem beliebigen Domänenkonto Kerberos-Tickets für Dienstkonten an. Diese Tickets sind mit einem aus dem Passwort des Dienstkontos abgeleiteten Schlüssel verschlüsselt und lassen sich offline durchprobieren – ohne Kontosperrung und für viele Überwachungslösungen unauffällig. Weil Dienstkonten oft schwache, nie geänderte Passwörter und hohe Rechte haben, führt der Angriff häufig direkt zu privilegierten Zugängen. Abhilfe schaffen Group Managed Service Accounts (gMSA), lange Zufallspasswörter und der Verzicht auf RC4.
Die Zertifikatsdienste sind eng mit dem AD verzahnt: Ein Zertifikat kann zur Anmeldung genutzt werden wie ein Passwort. Mit der Forschungsarbeit „Certified Pre-Owned“ (2021) rückten zahlreiche Angriffstechniken in den Fokus, die als ESC1, ESC2 und folgende katalogisiert sind – und die Liste wächst weiter. Schon eine falsch konfigurierte Vorlage kann jedem Benutzerkonto erlauben, sich ein Zertifikat für einen Domänen-Admin auszustellen. Deshalb behandeln wir ADCS als Tier-0-System und prüfen es besonders gründlich.
Wir empfehlen eine umfassende Analyse etwa einmal jährlich sowie nach größeren Veränderungen, etwa Migrationen, Fusionen, der Einführung von Entra ID oder einem Wechsel des IT-Dienstleisters. Auch nach einem Sicherheitsvorfall ist eine AD-Analyse sinnvoll, um verbliebene Hintertüren und Persistenzmechanismen aufzuspüren – ergänzend zur IT-Forensik.
Das hängt vor allem von der Zahl der Domänen und Forests, der Größe des Verzeichnisses und der gewählten Variante ab. Die Datenerhebung selbst ist meist schnell erledigt; den Großteil des Aufwands machen Analyse, Validierung und ein verständlicher Bericht aus. Den Zeitrahmen stimmen wir im Scoping ab – er ist Bestandteil Ihres Festpreisangebots.
Nennen Sie uns kurz die Eckdaten Ihrer Umgebung – Anzahl der Domänen, ungefähre Zahl der Benutzerkonten und ob Entra ID im Einsatz ist. Wir melden uns für das Scoping und senden Ihnen anschließend innerhalb von 24 Stunden (an Werktagen) ein Festpreisangebot.
This page is also available in English.