Unzureichende IT/OT-Segmentierung
Flache Netze, Firewall-Regeln nach dem Muster „any to any“ oder Systeme mit Verbindung in beide Netze. So erreicht Ransomware aus dem Büronetz ungehindert die Produktion.
Penetration Testing
Sicherheit prüfen – mit Rücksicht auf Ihre Produktion.
Werden Steuerungen manipuliert, stehen nicht nur Daten auf dem Spiel, sondern Anlagen, Produkte und im Ernstfall Menschen. Mit einem OT-Penetrationstest für ICS/SCADA und IoT prüfen wir Ihre Industrienetze, Leitsysteme und vernetzten Geräte aus Sicht eines Angreifers – mit einem Vorgehen, das den sicheren Betrieb Ihrer Anlagen an die erste Stelle setzt.
Definition
Operational Technology (OT) umfasst alle Systeme, die physische Prozesse steuern und überwachen: speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Bedienpanels (HMI), SCADA-Systeme und Prozessleitsysteme (DCS), Engineering-Workstations, Historians und Sicherheitssteuerungen. Hinzu kommen IoT-Geräte – vom Sensor über die Gebäudetechnik bis zu den vernetzten Produkten, die Sie selbst entwickeln und verkaufen. Ein OT-Penetrationstest für ICS/SCADA und IoT zeigt, ob Angreifer diese Systeme erreichen, manipulieren oder als Einfallstor nutzen können.
In der OT gelten andere Regeln als in der Büro-IT. Verfügbarkeit und funktionale Sicherheit haben Vorrang, Anlagen laufen oft über Jahrzehnte, und viele Industrieprotokolle wurden ohne Authentifizierung entworfen. Schon ein unbedachter Netzwerkscan kann eine Steuerung zum Absturz bringen. OT-Tests erfordern deshalb Erfahrung mit industriellen Umgebungen, schonende Methoden und eine enge Abstimmung mit Betrieb und Instandhaltung.
Penetrationstests für ICS (SCADA/DCS) und IoT-Geräte sind ein fester Bestandteil unseres Leistungsspektrums. Wir prüfen den Weg aus dem Büronetz in die Produktion ebenso wie einzelne Steuerungen, Gateways und Geräte – bis hinunter zu Firmware und Hardware-Schnittstellen, die wir mit Methoden des Reverse Engineerings analysieren.
Auch der regulatorische Druck wächst: NIS2 erfasst neben den klassischen KRITIS-Sektoren viele mittlere und große Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, etwa aus Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektrotechnik und Chemie. Die Normenreihe IEC 62443 gilt als maßgeblicher Standard für die Sicherheit industrieller Automatisierungssysteme, und der Cyber Resilience Act verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu Security by Design und Schwachstellenmanagement. Ein Penetrationstest liefert dafür belastbare technische Nachweise.
Unser Vorgehen
Wir beginnen passiv. Über einen Mirror-Port oder einen Netzwerk-TAP zeichnen wir den Datenverkehr auf und erkennen Systeme, Protokolle und Kommunikationsbeziehungen, ohne ein einziges Paket in das Steuerungsnetz zu senden. Der Abgleich mit Ihren Netzplänen liefert oft schon die ersten Befunde: unbekannte Geräte, unerwartete Verbindungen ins Internet oder Systeme, die mehrere Zonen überbrücken.
Aktive Tests erfolgen schrittweise – zuerst an der IT/OT-Grenze, in der DMZ, an Fernwartungszugängen und Engineering-Stationen. Direkte Tests an Steuerungen führen wir nur nach Freigabe durch: in Wartungsfenstern, an redundanten Systemen oder an einem Testaufbau mit baugleicher Hardware. Abbruchkriterien und Eskalationswege legen wir vorab gemeinsam mit Ihrem Betriebsteam fest.
Bei IoT-Geräten gehen wir bis auf die Hardware-Ebene: Wir öffnen das Gehäuse, suchen Debug-Schnittstellen wie UART und JTAG, lesen die Firmware aus und analysieren sie auf fest kodierte Zugangsdaten, Schlüssel und veraltete Komponenten. Funkschnittstellen, Companion-App und Cloud-Backend gehören ebenfalls zum Test.
Typische Schwachstellen
Flache Netze, Firewall-Regeln nach dem Muster „any to any“ oder Systeme mit Verbindung in beide Netze. So erreicht Ransomware aus dem Büronetz ungehindert die Produktion.
Dauerhaft aktive Herstellerzugänge, geteilte Konten ohne Multi-Faktor-Authentifizierung oder Mobilfunkrouter, die die Firewall komplett umgehen.
Über Modbus/TCP, ältere S7-Kommunikation, DNP3 oder BACnet kann oft jeder im Netz Werte lesen und schreiben, Steuerungsprogramme überschreiben oder die CPU stoppen.
Bedienstationen mit nicht mehr unterstützten Windows-Versionen und Steuerungen mit veralteter Firmware, deren bekannte Schwachstellen sich nicht ohne Freigabe des Herstellers patchen lassen.
Werkspasswörter an Steuerungen, HMI-Weboberflächen und IoT-Geräten sowie fest in der Firmware hinterlegte Zugangsdaten und Schlüssel.
Sie enthalten Projektdateien und Programmiersoftware, erreichen alle Steuerungen – und dienen trotzdem oft auch für E-Mail und Internet.
Eine UART-Konsole mit Root-Zugriff, aktiviertes JTAG oder unsignierte Firmware-Updates ermöglichen die vollständige Übernahme eines Geräts.
Fehlerhafte Berechtigungsprüfungen in der Cloud-API erlauben es, fremde Geräte auszulesen oder zu steuern – im schlimmsten Fall die gesamte Geräteflotte.
Testvarianten
Wir wählen die Testtiefe passend zu Ihrem Ziel und Ihrem Betriebsrisiko.
Netzübergänge
Wir prüfen, ob ein Angreifer aus dem Büronetz oder über die Fernwartung in die Produktion gelangt – ohne direkte Eingriffe in Steuerungen.
Anlagennetz
Wir analysieren das Steuerungsnetz passiv und testen HMI, SCADA und Steuerungen kontrolliert nach Freigabe.
Geräte
Wir prüfen ein Gerät ganzheitlich – von der Hardware über die Firmware bis zu App und Cloud.
Ablauf
Sorgfältige Planung ist in der OT der wichtigste Sicherheitsfaktor – deshalb nimmt sie bei OT-Tests mehr Raum ein als sonst in unserem bewährten Vorgehen im Penetration Testing.
Wir klären Anlagen, Netze und Geräte, Schutzziele und kritische Prozesse – und welche Systeme ausgenommen oder nur in Wartungsfenstern getestet werden.
Innerhalb von 24 Stunden (an Werktagen) nach dem Scoping erhalten Sie ein Festpreisangebot. Der Testplan regelt erlaubte Techniken, Zeitfenster, Ansprechpersonen und Abbruchkriterien.
Wir zeichnen den Datenverkehr auf, erstellen ein Asset-Inventar und vergleichen die tatsächlichen Kommunikationsbeziehungen mit Ihren Netzplänen.
Wir testen schrittweise von der IT/OT-Grenze bis zu den Steuerungen – mit schonenden Werkzeugen und in enger Abstimmung mit Ihrem Betriebsteam.
Sie erhalten priorisierte Befunde und realistische Maßnahmen – auch kompensierende, wenn sich ein System nicht patchen lässt. Auf Wunsch besprechen wir die Ergebnisse gemeinsam.
Sie erhalten eine Prüfbescheinigung zur Vorlage bei Kunden, Partnern, Versicherern und Auditoren. Behobene Schwachstellen prüfen wir kostenlos erneut.
Ergebnisbericht
Unser Bericht berücksichtigt die Realität in der Produktion. Wir bewerten Befunde nach CVSS und ordnen sie zusätzlich nach Zone, Kritikalität des Prozesses und Umsetzbarkeit ein. So erhalten Sie Sofortmaßnahmen – etwa das Schließen eines ungesicherten Fernwartungszugangs – ebenso wie mittelfristige Schritte, zum Beispiel eine Segmentierung nach Zonen und Conduits oder Sicherheitsanforderungen für künftige Beschaffungen.
Ob Produktionsnetz, Leitsystem oder eigenes IoT-Produkt – wir stimmen Prüfumfang und Sicherheitsvorkehrungen mit Ihnen ab und senden Ihnen werktags innerhalb von 24 Stunden nach dem Scoping ein Festpreisangebot.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2932 465265-0 oder schreiben Sie an info@rootsektor.de.
Wir minimieren dieses Risiko konsequent: Wir beginnen passiv, verzichten auf aggressive Scans und testen Steuerungen nur nach ausdrücklicher Freigabe – bevorzugt in Wartungsfenstern, an redundanten Systemen oder an einem Testaufbau. Ganz ausschließen lässt sich ein Restrisiko bei aktiven Tests nie. Deshalb benennen wir es offen und legen die Abbruchkriterien gemeinsam mit Ihnen fest.
Passive Analysen und Tests an der IT/OT-Grenze sind im laufenden Betrieb in der Regel gut möglich. Für direkte Tests an Steuerungen und Feldgeräten empfehlen wir Wartungsfenster oder einen Testaufbau mit baugleicher Hardware. Das genaue Vorgehen legen wir gemeinsam mit Ihrem Betriebsteam fest.
Wir arbeiten herstellerunabhängig mit gängigen Industrieprotokollen wie Modbus/TCP, Profinet, S7comm, OPC UA, EtherNet/IP, DNP3, IEC 60870-5-104, BACnet, KNX und MQTT. Typische Prüfobjekte sind SPS, HMI, SCADA- und Leitsysteme, Engineering-Workstations, industrielle Router und Gateways sowie IoT-Geräte aller Art.
Ja. Wir prüfen, ob Ihre Zonen und Conduits so wirksam sind, wie es Ihr Sicherheitskonzept nach IEC 62443 vorsieht, und liefern technische Nachweise für das Risikomanagement nach NIS2. Eine Zertifizierung oder ein Audit ersetzt der Penetrationstest nicht.
Der Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847) verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu Security by Design, einem geregelten Schwachstellenmanagement und Meldepflichten; die Anforderungen greifen gestaffelt. Für Verbrauchergeräte gilt ETSI EN 303 645 als etablierte Grundlage, für viele Funkprodukte gelten zudem die Cybersicherheitsanforderungen der Funkanlagenrichtlinie (RED). Ein Penetrationstest vor der Markteinführung zeigt, wo Ihr Produkt nachgebessert werden muss, und stützt Ihre technische Dokumentation.
Idealerweise mindestens zwei Exemplare, denn für die Hardware-Analyse öffnen wir ein Gerät und lesen den Speicher aus. Hilfreich sind außerdem Firmware-Images, technische Dokumentation, die Companion-App und Testkonten für das Cloud-Backend. Je mehr Informationen vorliegen, desto effizienter und gründlicher wird der Test.
Solche Unterlagen sind hochsensibel. Wir nutzen sie ausschließlich für den vereinbarten Test und behandeln sie streng vertraulich. Auf Wunsch unterzeichnen wir vor dem Scoping eine Vertraulichkeitsvereinbarung.
Der Aufwand hängt von der Anzahl der Anlagen, Netze und Geräte, der Testtiefe und den verfügbaren Testfenstern ab. Nach dem Scoping erhalten Sie werktags innerhalb von 24 Stunden ein Festpreisangebot ohne Nachforderungen für den vereinbarten Umfang.
Beschreiben Sie kurz Ihre Anlage oder Ihr Produkt. Wir melden uns für ein unverbindliches Erstgespräch und stimmen Prüfumfang und Sicherheitsvorkehrungen mit Ihnen ab – in Deutschland und international.
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