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Glossar

Was ist Malware?

Malware – kurz für „malicious software“, auf Deutsch Schadsoftware – ist der Oberbegriff für Programme, die mit schädlicher Absicht entwickelt wurden. Sie spionieren Daten aus, verschaffen Angreifern Zugang oder legen ganze Unternehmen lahm.

Malware einfach erklärt

Nicht jede Software ist harmlos. Manche Programme sind gezielt dafür gebaut, Schaden anzurichten oder Angreifern Vorteile zu verschaffen. Sie alle fasst man unter dem Begriff Malware zusammen – so wie „Schädlinge“ ein Oberbegriff für ganz unterschiedliche Tiere ist, die in Haus und Garten Schaden anrichten.

Malware kommt selten mit lautem Knall. Oft tarnt sie sich als Rechnungsanhang, als nützliches Werkzeug oder als Update. Einmal gestartet, arbeitet sie meist im Verborgenen: Sie liest Passwörter mit, öffnet eine Hintertür oder wartet auf Befehle aus dem Internet. Viele Betroffene bemerken den Befall erst, wenn der eigentliche Schaden eintritt.

So funktioniert Malware

Malware gibt es in vielen Formen. Die wichtigsten Arten:

  1. Viren hängen sich an Dateien oder Programme und verbreiten sich, wenn diese geöffnet werden.
  2. Würmer verbreiten sich selbstständig über das Netzwerk, ohne dass jemand etwas anklicken muss.
  3. Trojaner tarnen sich als nützliche Programme und richten im Hintergrund Schaden an – öffnen etwa eine Hintertür für Angreifer.
  4. Spyware und Keylogger spionieren Nutzende aus und zeichnen zum Beispiel Tastatureingaben auf.
  5. Infostealer stehlen gezielt gespeicherte Passwörter und Anmeldedaten, etwa aus dem Browser.
  6. Ransomware verschlüsselt Daten und Systeme, um Lösegeld zu erpressen.

Typische Wege ins Unternehmen sind Anhänge und Links in Phishing-Mails, manipulierte Downloads und infizierte USB-Sticks. Hinzu kommen Schwachstellen in Systemen, die aus dem Internet erreichbar sind – etwa in VPN-Zugängen, über die Beschäftigte von außen ins Firmennetz gelangen. Nach dem ersten Start lädt moderne Malware oft weitere Module nach und meldet sich bei einem Steuerungsserver der Angreifer, der ihr neue Befehle schickt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Mitarbeiterin in der Buchhaltung eines Möbelherstellers erhält eine E-Mail mit einer angeblichen Mahnung eines Lieferanten. Sie öffnet das angehängte Dokument. Unbemerkt installiert sich ein Infostealer, der gespeicherte Passwörter aus dem Browser ausliest – darunter den Fernzugang ins Firmennetz. Wochen später nutzen Angreifer diesen Zugang, breiten sich im Netz aus (Lateral Movement) und verschlüsseln schließlich die Server. Erst die forensische Untersuchung zeigt, wie alles begann: mit einem einzigen E-Mail-Anhang.

Warum ist das für Unternehmen wichtig?

Malware ist das Werkzeug hinter vielen Cyberangriffen. Die Folgen reichen vom Diebstahl von Kundendaten und Geschäftsgeheimnissen über Betriebsunterbrechungen bis zur Erpressung. Hinzu kommen rechtliche Pflichten. Sind personenbezogene Daten betroffen, muss die Datenschutzverletzung nach Art. 33 DSGVO unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden der zuständigen Aufsichtsbehörde gemeldet werden. Das entfällt nur, wenn voraussichtlich kein Risiko für die betroffenen Personen besteht. Unternehmen, die unter NIS2 fallen, müssen erhebliche Sicherheitsvorfälle außerdem an die gemeinsame Meldestelle von BSI und BBK melden – die frühe Erstmeldung spätestens 24 Stunden nach Kenntnis.

Wichtig ist auch: Wer nur die sichtbare Malware entfernt, hat das Problem oft nicht gelöst. Angreifer hinterlassen häufig weitere Hintertüren oder haben längst Zugangsdaten erbeutet. Deshalb muss geklärt werden, wie die Schadsoftware hineinkam, was sie getan hat und welche Systeme betroffen sind.

So schützen Sie sich

  • Updates zeitnah einspielen: Ein geregeltes Patch-Management schließt Lücken, über die Malware eindringt.
  • Endgeräte überwachen: Moderne Schutzlösungen wie EDR erkennen verdächtiges Verhalten und nicht nur bereits bekannte Schadprogramme.
  • Rechte begrenzen: Arbeiten Sie im Alltag ohne Administratorrechte – so kann sich Malware schwerer festsetzen.
  • Filtern und schulen: E-Mail-Filter und geschulte Mitarbeitende ergänzen sich.
  • Backups getrennt aufbewahren: Regelmäßig getestete Datensicherungen, die vom Netz getrennt sind, retten Sie im Ernstfall.
  • Notfallplan bereithalten: Legen Sie fest, wer im Verdachtsfall entscheidet und wen Sie anrufen.
  • Im Verdachtsfall richtig handeln: Informieren Sie sofort Ihre IT oder Ihren Notfallkontakt. Trennen Sie betroffene Geräte vom Netzwerk, schalten Sie sie aber möglichst nicht aus – im Arbeitsspeicher stecken oft wichtige Spuren.

Wie Rootsektor unterstützt

Was ein verdächtiges Programm genau tut, mit wem es kommuniziert und wie es sich festsetzt, klärt unsere Malware-Analyse – samt Indicators of Compromise (IoCs), mit denen Ihr Team befallene Systeme findet. Wie die Schadsoftware ins Netz gelangt ist und welche Systeme betroffen sind, rekonstruiert unsere IT-Forensik mit dokumentierter Beweiskette; beide Leistungen bieten wir individuell an. Bei einem akuten Vorfall erreichen Sie uns unter +49 2932 465265-0 – außerhalb der Geschäftszeiten (Mo–Fr 08:00–17:00 Uhr) ist dieselbe Nummer unsere 24/7-Notfall-Hotline. Sofortmaßnahmen und ein Meldeformular finden Sie unter Notfall melden.

Verdacht auf Malware?

Schildern Sie uns, was passiert ist – wir stimmen die nächsten Schritte mit Ihnen ab und klären, ob eine Malware-Analyse, eine forensische Untersuchung oder beides sinnvoll ist.

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